Stottern

 

 Unter Stottern versteht man Störungen des Redeflusses durch Wiederholen von Lauten, Silben und Wörtern und/oder durch Blockaden. Pressendes Verharren in der Artikulationsstellung und auffällige Bewegungen der Mimik und Körpermotorik (sog. Mitbewegungen) können bei chronischem Stottern auftreten, ebenso emotionale Begleiterscheinungen (Angst-, Wut-, Schamreaktionen) und sprachliches und/oder soziales Vermeideverhalten. Oft ist die gesamte Kommunikation (auch die Situation des Gesprächspartners) beeinträchtigt. Stottern wird daher auch als Kommunikationsstörung bezeichnet.

  • 5 % aller Kinder Stottern im Laufe ihrer Entwicklung
  •  in 90 % vor dem 6. Lebensjahr
  • Stottern tritt in allen Sprachen und Kulturen auf
  • Remissionsrate: 50 bis 80 % der Kinder (mehr Mädchen als Jungen)
  • 1 % der Kinder behält das Stottern

 

Ursachen von Stottern:


Beim Stottern handelt sich um ein multifaktorielles Geschehen. Ungefähr 5 % der Kinder haben eine Disposition zum Stottern. Man unterscheidet auslösende und aufrechterhaltende Faktoren.

 In der Sprache gibt es so genannte funktionelle Unflüssigkeiten (z.B. Wiederholungen von Mehrsilbern, einmalige Wiederholung von Einsilbern, Einschübe, Floskeln, Umschreibungen etc.), die nicht als Unflüssigkeit wahrgenommen werden.

 Kommt es aber zu funktionellen Unflüssigkeiten (Wiederholung von Lauten, Silben Einsilbern; Verlängerung von Lauten; Blockierungen), so wird dies als Stottern wahrgenommen.

 

 Logopädische Behandlung


In der wissenschaftlichen Literatur finden sich unzählige Methoden über die Therapie des Stotterns bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Das "Allheilmittel" wurde bis zum heutigen Tag leider noch nicht gefunden, wenn auch in den Medien gerne von spektakulären neuen Heilmethoden berichtet wird.

 

 Die grundsätzliche Vorgehensweise in unserer Praxis sieht folgendermaßen aus:  

 Ziel der Therapie bei Kindern ist:

der Abbau der Begleitsymptomatik

Etablierung von geeigneten Coping- Strategien

Beratung des Umfelds

Enttabuisierung des Stotterns

 

 Therapie bei Jugendlichen und Erwachsenen:

 Bei jugendlichen und erwachsenen Stotternden wird direkt auf das Stottern Bezug genommen. Meist über viele Jahre aufgebaute Verhaltensweisen (Vermeideverhalten, körperliche Reaktionen während des Stotterns etc.) sollen erkannt, verändert und abgebaut werden. Dabei werden u.a. verhaltenstherapeutische Methoden (Systematische Desensibilisierung, Entspannungstraining, Verfahren zur direkten Beeinflussung des Stotterns, z.B. weniger anstrengende Sprechweise) unter Einbeziehung der Umwelt (bei jugendlichen und erwachsenen Stotterern Kindergarten, Schule, andere Alltagssituationen) angewandt.

Die logopädische Behandlung erfolgt in der Regel nach ärztlicher Verordnung (privat und alle Kassen).

Wenn Sie Fragen zum Thema Stottern haben, von Ihren Erfahrungen berichten möchten oder Beratung wünschen, schreiben Sie uns oder rufen Sie einfach an. Wir helfen Ihnen gerne weiter.